Geldsorgen sind häufig das größte Hindernis auf dem Weg ins Ausland. Dabei gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die bei der Finanzierung eins Auslandsaufenthalts helfen. Wer also keine reichen Eltern, von der Omi etwas geerbt oder im Lotto gewonnen hat, muss nicht zu Hause bleiben.

Wir stellen fünf Förderprogramme vor:
Erasmus
Das bekannteste Förderprogramm für Auslandsstudenten feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Bewerben können sich alle, die das erste Studienjahr bereits abgeschlossen haben und einen Auslandsaufenthalt zwischen drei und zwölf Monaten planen. 33 Teilnehmerländer gibt es inzwischen. Neben den 27 EU-Staaten sind auch die Schweiz, Island, Norwegen, die Türkei und Liechtenstein dabei. Ob man im Ausland studiert oder ein Praktikum macht, spielt dabei keine Rolle.
Anlaufstelle für Bewerbungen und Fragen ist das Akademische Auslandsamt oder der Fachbereich. Die Höhe des sogenannten Mobilitätszuschusses schwankt je nach Universität zwischen 150 und 300 Euro, durchschnittlich erhalten Studenten 200 Euro im Monat. Studiengebühren der Gast-Uni entfallen. Bei der Vorbereitung hilft ein Erasmus-Beauftragter, es gibt Unterstützung bei der Zimmersuche, Aufnahmeprüfungen entfallen und für die Anerkennung der Studienleistungen gibt es feste Standards.
Eine Erasmus-Bewerbung besteht meist aus Motivationsschreiben und tabellarischem Lebenslauf, dazu müssen Studienleistungen vorgelegt und nicht meist Sprachkenntnisse nachgewiesen werden. Neben den Noten beeinflussen auch die angegebenen Wunschländer die Chancen: Nach Osteuropa wollen nur wenige. England, Spanien, Italien und Frankreich sind dagegen begehrt.
Links:
Deutscher Akademischer Auslandsdienst DAAD eu.daad.de/eu/index.html /
Europäische Kommission – Allgemeine & berufliche Bildung http://ec.europa.eu/education/lifelong-learning-programme/doc80_de.htm
Erasmus Student Network (ESN) non-profit international student organisation www.esn.org
Auslands-Bafög
Spezielle Auslandsförderung für bedürftige Studenten. Der Unterschied: Die Fördergrenzen liegen höher. Wer in Deutschland also keinen Bafög-Anspruch hat, kann möglicherweise trotzdem Geld erhalten. Auslandsausbildungsaufenthalte müssen eine Mindestdauer von sechs Monaten oder einem Semester beziehungsweise zwölf Wochen (Studium im Rahmen einer Hochschulkooperation) aufweisen. In der Studienordnung vorgeschriebene Praktika werden ebenfalls gefördert.
Empfänger von Auslands-Bafög erhalten die in Deutschland geltenden Sätze (maximal 670 Euro im Monat) und obendrein Zuschüsse für Studiengebühren, Reisekosten oder die Krankenversicherung. Liegen die Lebenshaltungskosten im Gastland besonders hoch, gibt es zusätzlich Geld. Im Gegensatz zum Inlands-Bafög müssen diese Auslandszuschläge nicht zurückgezahlt werden.
Es gibt 17 verschiedene Bafög-Auslandsämter, welches zuständig ist, hängt vom Zielland ab. Erasmus-Mittel werden nicht mit dem Auslands-Bafög verrechnet – also ruhig beides beantragen.
Wichtig: genug Zeit einplanen, denn der Antrag muss spätestens ein halbes Jahr vor der Abreise gestellt werden.
Links:
Bundesministerium für Bildung und Forschung www.das-neue-bafoeg.de/de/441.php
Alle Infos auf einem Blick www.bmbf.de/pub/bafoeg_flyer.pdf
Liste aller zuständigen Ämter www.auslandsbafoeg.de/auslandsbafoeg/antragstellung.htm
Amt für Ausbildungsförderung suchen www.studentenwerke.de/adressen/afa.asp

Promos
Das Promos-Programm umfasst Kurzzeitstipendien für maximal sechs Monate. Teilnehmende Unis erhalten ein festes Budget und können entscheiden, welche Projekte sie damit fördern möchten. Bis 2011 wurden Promos zentral vom Deutschen Akademischen Auslandsamt (DAAD) vergeben.
An der Gast-Uni darf es jedoch keine Erasmus-Kooperation mit dem Fachbereich geben – erfolglose Erasmus-Bewerber finden hier also keinen Ersatz.
Bei der Unterstützung gibt es nur wenige Vorgaben, fast jede Art von Auslandsaufenthalt (Studium, Praktikum, Sprachkurs, Fachkurs, Studienreise) kann subventioniert werden. Die Höhe der Förderung variiert: Für Sprachkurse gibt es eine Pauschale von 500 Euro, für Studienaufenthalte und Praktika monatlich 300 Euro. Je nach Gastland wird eine Reisekostenpauschale gezahlt, und auch eine Befreiung von Studiengebühren ist möglich.
Weil jede Hochschule selbstständig über die Vergabe der Promos-Stipendien entscheidet und noch nicht jedes Programm gestartet ist, wendet man sich am besten ans Akademische Auslandsamt.
Links:
Leitfaden Motivationsschreiben www.uni-hildesheim.de
Stipendien
Der DAAD hat eigene Förderangebote für Auslandsaufenthalte und informiert zudem über die Programme zahlreicher Stiftungen, Vereine und Institute. Manche Stipendien stehen allen Studierenden offen, bei anderen gibt es fach- oder länderspezifische Angebote. Von Jahres- und Semester-Stipendien, Unterstützung für Auslandspraktika bis zur Förderung von projektbezogenen Studienaufenthalten ist alles dabei. Die Leistungen hängen vom jeweiligen Programm ab, das Spektrum reicht vom Reisekostenzuschuss bis zum Vollstipendium.
Aber auch Uni intern gibt es verschiedene Stipendien, die man für einen Auslandaufenthalt in Anspruch nehmen kann. Einfach nachfragen.
Links:
Stipendiendatenbank DAAD www.daad.de/ausland/studieren/stipendium/de/70-stipendiendatenbank
Bildungskredit
Dieses staatliche Darlehen können Studenten völlig unabhängig vom Einkommen der Eltern oder der eigenen finanziellen Situation beantragen, auch die Kombination mit anderen Stipendien ist möglich. Je nach Bedarf kann der Kredit zwischen 1.000 und 7.200 Euro umfassen, die vier Jahre nach der ersten Auszahlung in Monatsraten von je 120 Euro zurückgezahlt werden müssen. Der Zinssatz beträgt rund 2,8 Prozent, also weniger als bei einem normalen Bankdarlehen. Den Antrag kann man frühestens sechs Wochen vor Beginn des Förderzeitraums stellen.
Links:
Bundeskredit Online www.bva.bund.de
Bundesministerium für Bildung und Forschung www.das-neue-bafoeg.de/de/110.php
Quellen: Bilder: studieren.net / Pixelio.de Gabriele Planthaber / Raabe